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Burg Königstein
Burg Königstein
Königstein im Taunus - Blick von der Burg

Zwei sind sehenswerter als eine  

Die Stadt Königstein sieht sich in der glücklichen Lage, ihren Besuchern gleich zwei Burgruinen präsentieren zu können: Burg Königstein, in direkter Stadtlage oberhalb der Altstadt auf dem Burgberg gelegen und Burg Falkenstein, nordöstlich in etwa 1,5 Kilometer Luftlinie Entfernung.    

Burg Königstein ob zu Ehren einer holden Jungfrau oder weniger prosaisch zur Sicherung der wichtigen Handelsstraße zwischen Frankfurt und Köln – die Gründung der Burg Königstein wird ein Geheimnis der Vergangenheit bleiben, in der Gegenwart ist sie als zweitgrößte Festungsruine Deutschlands ein weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt und ein beliebtes Ausflugsziel im Vordertaunus. 

Der Sage nach waren es um 496 n. Chr. die schöne Jungfer und eine weiße Taube, die am heutigen Burgberg, dem „saxum regis“ (Fels des Königs) dem Merowingerkönig Chlodwig erschienen. Die Maid prophezeite ihm den Sieg gegen die Alemannen; er gewann und errichtete hier zum Dank die Burg und im benachbarten Tal eine Kapelle. 

Soweit die Überlieferung, die ältesten nachweisbaren Bebauungsreste stammen aus dem 10. oder 11. Jahrhundert. Besitzer dieser Vorläuferburg waren die Grafen von Nüring. Nach ihnen kamen die Münzenberger. Sie gelangten 1239 in den Besitz der 1215 erstmals urkundlich erwähnten Burg.

Errichtet wurde die rechteckige Kernburg vermutlich im Auftrag der staufischen Kaiser zusammen mit Burg Kronberg als Reichsburg zum Schutz der damals wichtigen Handelsstraße Frankfurt – Köln und der Wetterau nördlich von Frankfurt.

Text: Susanne Eichel / Fotos: FXVISION
Burghof Königstein
Burghof Königstein
Der ährenförmige Steinverband der Ringmauer der Anlage war in diesem Umfang in Deutschland einmalig. Bauherr war wahrscheinlich Kuno I. von Münzenberg. Die Burg wechselte von nun an mehrmals ihren Besitzer. Im 13. und 14. Jahrhundert waren es die Herren von Bolanden-Falkenstein. Aus ihrer Zeit stammen Schildmauer, Ecktournellen, Bergfried und Wohnbauten an und in der Burg, das Dorf Königstein erhielt unter ihnen 1313 die Stadtrechte. Im 16. Jahrhundert folgten die Grafen von Stolberg, überzeugte Verfechter der Reformation, die Burg wurde mit großen Geschützrondellen befestigt.

Im Zuge der Gegenreformation verloren sie aber nur kurze Zeit später die Anlage an Kurmainz (ab 1581); die Burg wurde zu Festung und renaissancezeitlichem Residenzschloß ausgebaut. Der Bergfried allerdings stammt noch aus früherer Zeit, sein Baubeginn fällt in das frühe 14. Jahrhundert. Im Laufe der Zeit wurde er noch mehrfach aufgestockt und weist heute eine Höhe von 34 Metern auf. Das 17. Jahrhundert brachte den Dreißigjährigen Krieg, die Burg fiel an Schweden, danach wieder an die Grafen von Stolberg.

Nach der Schlacht von Nördlingen und dem Aussterben der Grafenfamilie kam die Burg zu Kurmainz. Ab 1792 besetzten die Franzosen im Verlauf der Revolutionskriege die Anlage.Wechselweise belagerten Preußen und Franzosen die Burg. Diese waren es wohl auch, denen ein verhängnisvoller Fehler bei einer wohl zunächst geplanten Sprengung unterlief.Um die Burg nicht an Preußen fallen sehen zu müssen, wollten sie die Anlage von eigener Hand in die Luft jagen. Fatal nur: die Sprengung geriet außer Kontrolle, die Burg flog in die Luft und die Franzosen mit ihr (7. September 1796). 

Die Königsteiner Bürger taten danach das Ihre dazu, aus der einst stolzen Burg eine Ruine werden zu lassen. Sie bedienten sich an den Überresten und besorgten sich hier Baumaterial für zahlreiche Häuser der heutigen Altstadt. Der folgende Besitzer, der Herzog von Nassau, verzichtete auf einen Wiederaufbau und duldete den Abbruch weitere zwanzig Jahre lang. Dennoch ist noch heute zu erkennen, dass die aus Kern- und Vorburg bestehende Anlage einst die wehrhafteste Festung im gesamten Taunus war. 1866 ging die Landeshoheit über Königstein an Preußen, die Burg blieb aber im Privatbesitz von Herzog Adolf, dem späteren Großherzog von Luxemburg.

Er baute sich am Fuße des Berges ein eigenes kleines Schlösschen, in dem heute das Amtsgericht Königstein untergebracht ist. Seine Tochter Herzogin Hilda von Nassau schenkte 1922 die Festungsruinen der Stadt Königstein.   Verfallene Ruine hin, überwucherte Mauerreste her: die Königsteiner Burg beherrscht das Stadtbild und lockt mit Spaziergängen in historischer Kulisse. 

Die Burg ist ganzjährig geöffnet, in der Tiefe sind die meisten Keller zugänglich, in der Höhe bietet der Bergfried einen lohnenden Blick über die umliegende Gegend. In den Sommermonaten offeriert die Stadt Königstein hier unter freiem Himmel hochkarätige Theater-, Oper und Musicalaufführungen.

Daneben erweisen sich Jahr für Jahr das Ritterturnier im Frühjahr und das Burgfest im Sommer in diesem wunderbar passenden Rahmen als Publikumsmagnet. Für Feierlichkeiten kleinerer Art bietet sich einer der noch erhaltenen Gewölbekeller an, der so genannte Zeughauskeller.
Ihn kann man auch für private Veranstaltungen mieten.
Öffnungszeiten: 
ganzjährig,
 
März und Oktober
9.30 – 16.30 Uhr,

April bis September
9.00 – 19.00 Uhr,

November bis Februar
9.30 – 15.00 Uhr
(Samstag und Sonntag 9.30 – 16.00) 

Eintritt: 
Erwachsene 1,50 €,
Kinder bis 14 Jahre 0,75 € 

Burgkiosk ganzjährig geöffnet 

Burg- und Stadtführung:
Kur- und Stadtinformation,
Tel.: 06174 – 202 251 
www.koenigstein.de

Burg- und Stadtmuseum Königstein

Stadt Museum Königstein
Stadt Museum Königstein

In würdigem, fast 700-jährigem Rahmen wird im „Alten Rathaus“ die geschichtliche Entwicklung der Region und vor allem der Stadt Königstein präsentiert.

 

Nomen est omen: bis zum Jahre 1909 diente das Obergeschoß als Rathaus.

Der massive Unterbau erzählt noch ältere Geschichte(n): er war früher das untere Burgtor der Festung Königstein.

 

Seit 1968 beherbergt das alte Fachwerkhaus  mit Torbogen das Museum.

Steile Stiegen und niedrige Räume geben einen passenden Rahmen für die zahlreichen Funde und Sammelstücke aus vielen Jahrhunderten.

 

Modelle, Bilder und Zeichnungen, Werkzeuge, Münzen und Gebrauchsgegenstände ermöglichen einen interessanten Ein- und Überblick über die frühe Besiedlung ab der Jungsteinzeit im 6. Jahrtausend vor Chr. bis in das Frühmittelalter im 8. Jahrhundert nach Chr. (Abt. Vor- und Frühgeschichte).

 

Die Funde prähistorischer Scherben und Münzen am Königsteiner Burgberg belegen eine keltische Siedlungstätigkeit vom 5. Jahrhundert vor Chr. bis Christi Geburt.

 

Dem römischen Einfluss wird in zwei Vitrinen Rechnung getragen.

Der nahe Limes hat seine Spuren hinterlassen, zu denen auch einige Sammelstücke kunstvollen Schmucks gehören.

 

Zwischen 1200 und 1800 beherrschte die Burg das Stadtbild und –geschehen.

Viele Relikte dieser Zeit werden im Museum gezeigt.

Einen Blick auf die Festung in unzerstörtem Zustand von 1790 gewährt das Glanzstück des Hauses: ein Modell der Burganlage im Maßstab 1:100, 1909/10 von Karl Söhngen hergestellt.

 

Keineswegs jedoch endet der Museumsauftrag mit der Zerstörung des Originals 1796.

 

Ab 1800 werden Kur, Nassauische Zeit und Gegenwart beleuchtet und durch alte medizinische Geräte, Haushalts- und Arbeitsgeräte sowie katholische und evangelische Bibeln zum Leben erweckt.


Das Burg- und Stadtmuseum wird getragen vom Heimatverein e.V. Königstein.

Burg- und Stadtmuseum Königstein
im „Alten Rathaus“,

Kugelherrnstr. 1

 
Öffnungszeiten:

werktags                    
14 – 18 Uhr


Sa, So und Feiertags  
12 – 18 Uhr

 
Eintrittspreise:

Erwachsene                1,50 €

Kinder (6 – 14 J.)        0,30 €

 

Das Museum ist leider für Personen, die keine Treppen steigen können, nicht erreichbar.

 
http://www.museum-koenigstein.de 

Kontakt:

Rudolf Krönke

Hauptstr. 20

61462 Königstein

Tel.: 06174/ 21455

 

Auf Anfrage bietet der Verein für Heimatkunde Führungen über die Burg, durch die Stadt oder Sonderöffnungen des Burg- und Stadtmuseums oder eine Kombination daraus an. Die Führungen sind kostenlos, nur der Eintritt für die Burg oder das Museum sind zu entrichten. 
Eine Spende an den Verein ist natürlich willkommen.


Informationen und Anmeldungen:

Klaus Bordes

Tel.: 06173 / 45 03Fax:  06173 / 70 36 43

Klaus.Bordes@t-online.de

Taunus Tipp  

Wen es nach einem Spaziergang durch die Burg oder dem Museumsbesuch nach einer kleinen Stärkung und/oder Kaffee und Kuchen gelüstet, dem sei das gemütliche “Pohlmann’s am Alten Rathaus” empfohlen, direkt neben dem Museum gelegen.


Pohlmann’s am Alten Rathaus

Burg Falkenstein

Burg Falkenstein
Burg Falkenstein
Den „Noringsberg“ sucht man heutzutage vergeblich auf den Landkarten des Taunus, dennoch kennt jedes Kind in Falkenstein diese Erhebung oberhalb des Ortes, steht doch „ihre“ Burg auf diesem Ausläufer des Altkönigs, heute bekannt als „Falkensteiner Hain“. Sie stammt aus der gleichen Zeit wie ihre größere Schwesterburg Königstein: im 11. Jahrhundert legten hier wie dort die Gaugrafen von Nüring (Norings) die ersten Steine zur Burganlage. Ihre Familie starb 1171 aus, neue Besitzer der Burg wurden die Herren von Bolanden-Falkenstein. Sie errichteten auf dem Noringsberg neben der ursprünglichen Anlage eine zweite, der sie den Namen „Neu-Falkenstein“ gaben, genannt nach ihrer Stammburg in Bolanden (Pfalz). 

Im 14. Jahrhundert wurden Tor und Schildmauer errichtet, neue Besitzer waren die Herren von Nassau. Das Dorf zu Füßen der Burg hieß allerdings noch bis in das 18. Jahrhundert hinein nach den Begründern „Nürings“.Die Herren von Nassau vergaben Falkenstein als Lehen an verschiedene Ritterfamilien.

Zu der Besitzgemeinschaft zählten die Familien von Kronberg, von Hattstein und von Staffel. Im 15. Jahrhundert, zur Zeit der Herren von Hattstein, wurde Falkenstein zum Ausgangspunkt zahlreicher Raubritterüberfälle. Aus dieser Zeit stammt vermutlich der Bergfried, ein 34 Meter hoher Butterfassturm, der aber gegenwärtig nicht bestiegen werden darf. 

Von 1680 bis 1773 waren die wegen ihrer Härte gefürchteten Herren von Bettendorf die letzten nassauischen Lehensherren. Danach versank die Burg in Bedeutungslosigkeit, wurde durch verschiedene Kriege beschädigt und verfiel.

Wie in Königstein auch dienten die Überreste der Anlage den Dorfbewohnern als Baumaterial. Erst 1842 erwirkte der Frankfurter Kaufmann Osterrieth ein Abrissverbot. 1954 erwarb die Gemeinde Falkenstein die Burg vom Land Hessen. 
Heute engagiert sich der Heimatverein Falkenstein für die Erhaltung des örtlichen Wahrzeichens und feiert dort jährlich im Sommer ein öffentliches Fest.

Ansonsten ist es eher ruhig dort auf dem Hügel, eine touristische Erschließung und Nutzung wie in Königstein gibt es nicht, die Burg und die herrliche Aussicht vom Innenhof aus sind eher ein Geheimtipp für Taunuskenner. Selbst der Aufgang neben der katholischen Kirche (abgehend vom Reichenbachweg) ist erst auf den zweiten Blick zu erkennen.

So hat der Besucher manchmal sogar das Glück, alleiniger „Burgherr“ zu sein. 

Öffnungszeiten:
ganzjährig
9.00 – 16.00 Uhr
Eintritt frei

www.koenigstein.de

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